Warendorf

15.10.2019

Warendorf ist bekannt für seine schöne Altstadt und für die Warendorfer Hengstparade, eine Parade mit Pferden.

Die Altstadt ist ein Labyrinth aus alten Häusern, die uns vom typischen Fachwerkstil bis hin zu Gebäuden aus der Barockzeit führen. In seinen Straßen gibt es eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, die manchmal wie Zeitmaschinen wirken und den Besucher dank der gut erhaltenen Architektur in vergangene Zeiten entführen.

Im Zentrum der Altstadt ragt die große Laurentiuskirche hervor, eine gotische Kirche, deren Glockenturm durch seine Höhe und seine unverwechselbare Formgebung zu Beginn des 19. Jahrhunderts überrascht. Eine weitere bemerkenswerte Kirche ist die Marienkirche im neoromanischen Stil, die neben dem nur wenige Meter vom Tempel entfernten Turm steht und der einzige Überrest des antiken Tempels ist, der der Vorgänger der Marienkirche war. Eine weitere bemerkenswerte Kirche ist die evangelische Kirche im neugotischen Stil.

Wenn wir durch die engen Gassen des Zentrums schlendern, finden wir den historischen Marktplatz, eine Reihe schöner Gebäude aus verschiedenen Jahrhunderten und Stilen mit dem Rathaus im Hintergrund, hinter dem sich der Turm der Laurentiuskirche erhebt.

In der Nähe der Laurentiuskirche befindet sich das Westpreußische Landesmuseum, ein ehemaliges Franziskanerkloster, das zum Museum umgebaut wurde, von dem Sie noch heute die Kirche besichtigen können. In deren Nähe sich der Bentheimer Turm, der einzige erhaltene Turm der alten Stadtmauer, befindet.

Straße in der Altstadt mit Fachwerkhäusern und dem Turm der Laurentiuskirche im Hintergrund.
Straße in der Altstadt mit Fachwerkhäusern und dem Turm der Laurentiuskirche im Hintergrund.

Orte zum Besuchen:

Marienkirche: Die heutige Kirche im neoromanischen Stil ist der Nachfolger eines alten romanischen Gebäudes aus dem Ende des 12. Jahrhunderts. Von dem alten Gebäude ist heute nur noch der Turm erhalten. Hinter dem Turm ist auf der Wiese noch der Grundriss der alten Kirche zu sehen.

Die heutige Kirche wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Plänen von Ludwig Becker, dem Gestalter des Mainzer Doms, errichtet. Ursprünglich sahen die Pläne zwei hohe Türme am Eingang des Tempels vor, die nie gebaut wurden, stattdessen wurde eine Fassade im Stil der 1950er Jahre gebaut. 

Seltsamerweise kennen viele in Warendorf noch heute die "Neue Kirche", wie sie früher zur Unterscheidung von der St. Laurentius Kirche genannt wurde, die sie "Altes Kirche" nannten.


St. Laurentius Kirche: Hoch überragt der Kirchturm von St. Laurentius den historischen Marktplatz Warendorfs. Schon seit Jahrhunderten bildet die Pfarrkirche St. Laurentius den Mittelpunkt der Stadt. Sie wurde als frühe Missionskirche um 785 für den ostmünsterländischen Raum gegründet. Damit ist sie älter als das 805 gegründete Bistum selbst. Die Pfarrei St. Laurentius ist eine der Urpfarreien des von Karl dem Großen geschaffenen Bistums Münster, dessen erster Bischof der hl. Liudger war. In der Entstehungsgeschichte ist anzunehmen, dass zunächst eine frühe Holzkirche gegen Ende des 8. Jahrhunderts bestanden hat, wie Baumsargfunde aus dieser Zeit nahe legen.

Im frühen 9. Jahrhundert entstand ein erster romanischer Steinbau, um 1150 ein romanischer Neubau. Die heutige dreischiffige gotische Kirche wurde nach dem Stadtbrand im Jahr 1404 teilweise auf den Fundamenten der alten Kirche errichtet. der bekannte Warendorfer Altar, ein Edelsteintafelbild aus Westfalen, wurde um 1414 neu geweiht und die Kirche von 1913 bis 1914 unter Pfarrer Strumann um ein Joch und den mächtigen 61 m hohen Turm erweitert.

Die Marienverehrung hat in Warendorf eine lange Tradition. Einen besonderen Höhepunkt der volksnahen Verehrung bildet das wundertätige Gnadenbild der "Glorreichen Jungfrau von Warendorf" in der St.-Laurentius- Kirche. Es handelt sich um eine aus der Zeit um 1650 stammende bekleidete Figur der Madonna im goldenen Strahlenkranz, die seit dem Jahre 1752 den Mittelpunkt der für unsere Gegend einmaligen Verehrung zu Mariä Himmelfahrt bildet.


Franziskaner Kloster: Im Jahre 1628 wurden die Franziskaner während der Gegenreformation im Auftrag des Fürstbischofs von Münster nach Warendorf gesandt, um den in der Bevölkerung herrschenden Protestantismus zu stoppen, der die katholische Mehrheit wieder herstellen konnte. In dem 1635 erbauten Kloster ließen sich die Franziskaner dauerhaft nieder. Am 28. Dezember 1652 legte Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen von Münster den Grundstein für die Klosterkirche, die am 29. Oktober 1673 geweiht wurde.

Im 19. Jahrhundert wurden in den preußischen Gebieten einschließlich der Provinz Westfalen Enteignungen von Klöstern und Klöstern durchgeführt. Im Jahr 1875 verließen die Franziskaner Warendorf und zogen nach Nordamerika und Harreveld in die Niederlande. Am 22. Mai 1888 verlieh die preußische Regierung dem Franziskanerkloster Warendorf nach der bewilligten Rückkehr der Brüder die bis heute bestehende Körperschaft des öffentlichen Rechts. Ab 1844 befand sich das Noviziat in Warendorf. Im Jahr 1945 wurde er nach Rietberg versetzt und kehrte 1966 nach Warendorf zurück, bis er 1973 nach Attendorn übersiedelte.

Heute beherbergt das Kloster das Westpreußische Landesmuseum, in dem preußische Militärgeschichte gezeigt wird. Die Kirche ist sowohl von außen als auch von innen in gutem Zustand und kann außerhalb des Museums besichtigt werden.


Historische Rathaus: Das gotische Rathaus wurde erst 1970 mit einem neugotischen Risalit versehen. Das kurz nach dem Stadtbrand von 1404 errichtete Gebäude wird heute nach zahlreichen Umbauten für die Sitzungen des Stadtrates im Ratssaal, als Trauzimmer und als Büroraum der Warendorf Marketing genutzt.


Bentheimer Turm: Der Bentheimer Turm in Warendorf stellt ein letztes Relikt des um 1300 angelegten Festungsrings rund um die Stadt dar. Der runde Wehrturm ist der einzige von ursprünglich fünf Türmen, der noch heute erhalten ist und diente zu aktiven Zeiten der Bürgerwehr zur Selbstverteidigung. Wie die gesamte Wehranlage musste er von den Bürgern der Stadt unterhalten und auch permanent ausgebessert werden. Seinen Namen verdankt der Turm wohl den ursprünglichen Bewohnern dieses Bereiches, die Grafen von Bentheim-Tecklenburg. Diese waren für die Verteidigung des Turmes zuständig.


Christuskirche: Die Christuskirche erhielt ihren Namen im Jahre 1949 und wird, im Neben- und Miteinander ihrer katholischen Schwesterkirchen in Warendorf oft einfach als "Evangelische Kirche" bezeichnet.


Fotografien aus Warendorf: