Rheine

09.07.2020

Rheine liegt an der Grenze zu Niedersachsen, am südlichen Eingang zum Emsland. Seine Altstadt erstreckt sich am Ufer der Ems und seine Straßen beherbergen viele Sehenswürdigkeiten. Einer der Orte der Altstadt ist die St. Dionysius Kirche, eine wunderschöne alte gotische Kirche aus dem frühen 15. Jahrhundert, die einen Innenraum voller schöner und interessanter Details wie ihre Altäre, die Gemälde, die die Gewölbe schmücken oder ihre vielen Statuen. Neben der Kirche befindet sich der Marktplatz mit schönen Gebäuden wie dem Haus Nienkemper oder dem Beilmannschen Haus, einem der ältesten Gebäude der Stadt.

Wenige Meter von der Kirche entfernt befindet sich das Falkenhof-Museum, Rheines Geschichtsmuseum, das in einem schönen Gebäude aus dem 9. Jahrhundert untergebracht ist, das während der Sachsenkriege erbaut wurde. Neben dem Falkenhof befindet sich die Emsmühle, eine schöne barocke Wassermühle neben einem großen Silo aus dem Jahr 1937, an dessen Fassade ein Landwirt des Malers Karl Wenzel abgebildet ist.

Am anderen Ufer der Ems befindet sich die monumentale St. Antonius Basilika, die zwischen 1899 und 1905 im neoromanischen Stil erbaut wurde und die großen romanischen Kaiserdome nachahmt. Sein Turm ist dem Glockenturm des Paderborner Doms nachempfunden und mit einer Höhe von 102,5 Metern der mit Abstand höchste Glockenturm im Münsterland. Sein Innenraum ist mit 650 Sitzplätzen, einer Gesamtlänge von 90 Metern und einer maximalen Breite von 39 Metern ausgestattet. Die Basilika ist eines der aufwendigsten und bedeutendsten Bauwerke des Historismus in Deutschland.

Überblick über die Altstadt vom Falkenhof Museum mit der St. Dionysius Kirche im Zentrum.
Überblick über die Altstadt vom Falkenhof Museum mit der St. Dionysius Kirche im Zentrum.

Orte zum Besuchen:

St. Dionysius Kirche: Die Bauarbeiten an dieser Kirche begannen um 1400 und wurden erst 1520 beendet, als der Glockenturm fertiggestellt war. Die lange Bauzeit lässt sich zum einen durch bauliche Schwierigkeiten erklären. Der Neubau durfte die alte Kirche nur in mehreren Etappen ersetzen. Dies war notwendig, da die Gemeinde während der Bauzeit eine "funktionsfähige" Kirche benötigte. Ein zweites Problem waren die hohen Kosten für den Bau der Kirchen. Die Summe für den Bau eines kompletten Neubaus in kurzer Zeit wäre nie aufzubringen gewesen. Der Bischof von Münster gab der Stadt Rheine eine Frist von zwei Jahren, um den Bau zu finanzieren.

Deutlich zu erkennen sind die einzelnen Gebäudeteile der gesamten Kirche in unterschiedlichen Steingrößen, unterschiedlichen Materialien und teilweise unterschiedlichen Baustilen und ungewöhnlichen Maßen.

Mit Beginn der Stadtbefestigung um 1320 wurde auch der Kirchhof von einer Mauer umgeben und bildete die sogenannte Kirchburg. Ein kleiner Teil dieser Mauer ist heute noch zu sehen, die letzte Überbleibsel der alten Befestigungsanlagen der mittelalterlichen Stadt.

Weder beim großen Stadtbrand 1647 am Ende des Dreißigjährigen Krieges noch während der Weltkriege wurde die Kirche schwer beschädigt. Seit seiner Fertigstellung vor fast einem halben Jahrtausend ist es weitgehend unverändert geblieben und prägt seither das Landschaftsbild der Altstadt.


St. Antonius Basilika: Die Basilika wurde zwischen 1899 und 1905 im neoromanischen Stil nach dem Vorbild der alten Kaiserdome erbaut.

Der Westturm wurde in Anlehnung an den Glockenturm des Paderborner Doms entworfen. Mit einer Höhe von 102,5 Metern ist er der höchste Glockenturm im Münsterland und damit höher als die Glockentürme von St. Lamberti in Münster (90,5 Meter), St. Nikomedes in Borghorst (99 Meter) und St. Ludgerus in Billerbeck (100 .). Meter). In den vier Ecken des Vierungsturms befinden sich plastische Darstellungen wesentlicher Persönlichkeiten der Rheinischen Geschichte: Karl der Große, Bischof Ludwig II., Bischof Christoph Bernhard Graf von Galen und Johannes von Grüter.


Emsmühle: Die erste Emsmühle erscheint erstmals im 1362 urkundlich bei der Emswehr. Im Jahr 1754 ließ der Bischof von Münster Clemens August I. von Bayern einen Neubau errichten.

Nach einem Brand im Jahr 1894 wurde die Mühle mit einem Boden aus Ibbenbürener Sandstein versehen und die Räder durch Turbinen ersetzt. Um 1937 wurde die Mühle um ein Silo ergänzt, das mit einem Sämannporträt des Malers Karl Wenzel geschmückt war.


Falkenhof Museum: Das Gebäude ist auch als Villa Reni bekannt und wurde zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert als karolingischer Königsbesitz während der Sachsenkriege unter Karl dem Großen erbaut. Der heutige Name Falkenhof stammt von seinem Besitzer im Jahr 1437 namens Valke. Das Gebäude scheint ein barocker Schloss zu sein, da es im Laufe der Zeit nach den Moden der Zeit renoviert wurde

Der gesamte Hof hat die typische Form der fränkischen Fürstenhöfe bewahrt. Es befindet sich derzeit im Besitz der Stadt Rheine und dient als Kunst- und Geschichtsmuseum sowie als Veranstaltungsort für kulturelle Veranstaltungen.


Markt, 12: Das heutige Gebäude wurde 1649 im frühbarocken Stil von Johann Lethmate und seiner Frau nach der Zerstörung des Vorgängerbaus nach dem großen Stadtbrand 1647 erbaut Das Relief an der Mauer zur Münsterstraße ist die einzige noch erhaltene Erinnerung an den Vorgängerbau. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts diente das Haus als über die Grenzen Westfalens hinaus bekanntes Gasthaus für die Oberschicht.


Pfarrheim St. Dionysius (Markt, 14): Das Herrenhaus spiegelt den Status seines ehemaligen Besitzers Dr. Friedrich Carl Schlingen wider. Das Gebäude wurde von 1778 bis 1973 als bürgerliches Wohnhaus genutzt, ging dann in den Besitz der Pfarrei St. Dionysius über und wird heute als Pfarramt genutzt.


Beilmannsches Haus: Bekannt als eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude der Stadt, war das Haus Zeuge des Dreißigjährigen Krieges und sein Giebel ist seit mehr als drei Jahrhunderten fast unverändert geblieben.

Auffällig sind die sieben Kanonenkugeln an der Fassade zum Marktplatz, darunter ein Text, der an den Artilleriebeschuss erinnert, den die Stadt unter dem Kommando des schwedischen Generals Königsmarck am 21. September 1647 erlitt, als die Stadt fast vollständig zerstört wurde. Die Inschrift auf dem Mittelgiebel "anno 1648, 5. September" weist auf den Wiederaufbau des Hauses hin. Der plastische Reliefdekor zeigt die Gräueltaten des Krieges in Form eines Fabelwesens.


Spieker der Evangelischen Einigket: Der zweistöckige Fachwerkbau aus dem 18. Jahrhundert ist der einzige erhaltene Spieker (Wort für die Scheune im Volksmund) in der Altstadt.

Es hatte ursprünglich ein Spitzdach und war wegen Brandgefahr vom Haus getrennt. Die Bodenluke und der Aufzug zeigen, dass das Oberdeck als Spieker, also als Scheune genutzt wurde. So war das Gebäude Teil eines Bauernhauses des Kleinbürgertums der Stadt.


Kannegiesserhaus: Das ehemalige Herrenhaus, eines der ältesten noch erhaltenen in Rheine, wurde Ende des 15. Jahrhunderts auf dem Stadtmauer der Stadt errichtet. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde dieses Haus von der Familie Kannegiesser bewohnt, aus der zwischen 1576 und 1680 mehrere Bürgermeister der Stadt Rheine hervorgingen.


Haus Nienkemper: Das durchgehende Gesims des Haus Nienkemper am Marktplatz trennt den ältesten Teil des Hauses (das Erdgeschoss, vermutlich aus dem 16. Jahrhundert) vom Rest des Rokokobaus.

An der Spitze der Fassade des Marktplatzes ziert ein Bild der Jungfrau Maria die Fassade. In diesem Bild sitzt Maria auf der Mondsichel und zerschmettert den Kopf der Schlange, die Adam und Eva unter dem Paradiesbaum umarmt und sie zur Erbsünde verführt. Der Text unter diesem Bild verkündet Maria als Schutzpatronin des Hauses. Die Großbuchstaben des Textes geben zweimal die Zahl 1765 an, das Baujahr des Giebels, kurz nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges (1756-1763).


Fotografien aus Rheine: